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Printsammlung


Unter den folgenden Links finden Sie eine Auswahl an publizierten Artikeln. Die Dateien sind im PDF Format.

 

Bukowsi am Ende der Docks

Die Welt der Zigarren, der Drinks, des Schweißes, des Spiels, der Explosivität, des Instinktes... eines Raubtieres gleich hin und her tigernd. In der Tat eine raue Welt, aber auch eine sinnliche Welt. Eine Welt, die menschlicher und gegensätzlicher wohl nicht sein kann. Ganz klar: der Schriftsteller berührt und bewegt und das reichlich tief. Tief geschaut hat er auch als Trinker. Als überaus menschenscheue Person, waren ihm Lesungen ein Gräuel. Bei Lesungen trank er unbegreiflich viel, betrunken haben ihn seine Zuhörer gesehen, vom trinken hat er geschrieben und als Trinker kannte man ihn. Am letzten Tag im Spital, als Bukowski wusste, dass er sterben würde, kam der Diensthabende Arzt, hockte sich auf dessen Bett und stellte seinen Pager aus. Er vergaß darüber die Nacht. Sie diskutierten über Poesie.



 Hoch fliegender Kübel

Marks Blond ist die unangenehmste Galerie die es im Moment in Bern gibt und es gibt sie noch nicht lange. Seit Mitte Juni 2004 existiert das Marks Blond Project r.f.z.k. (Raum für zeitgenössische Kunst) und man sieht, hört und liest mehr von Blond als von den meisten anderen Berner Galerien. Blond verwaltet nicht Kunst sondern betreibt, erfindet und erforscht Kunst immer wieder neu. Wöchentlich peitscht Marks Blond auf einer Fläche von 3.5m x 3.7m Installationen und Kunstinterventionen durch und zeigt so jährlich rund 40 Ausstellungen, pusht ausgewählte Künstler, verlinkt, kommuniziert und kreiert die Kunst von morgen in einem Höllentempo, dem kaum einer folgen kann. Tempo, das Spuren hinterlässt und Narben reisst im winzigen Kübel.

 

Menschliche Kampfsysteme

Soldaten waren schon immer das schwächste, unzuverlässigste und labilste Glied in der Kette der militärischen Maschinerie. Das soll sich ändern. In amerikanischen, sehr wahrscheinlich aber auch in russischen, chinesischen, japanischen und europäischen Labors, wird intensiv und mit großem finanziellem Aufwand am Kämpfer von morgen gewerkelt: Der menschlichen Kampfmaschine. Die menschliche Kampfmaschine wird über kurz oder lang das Schlachtfeld betreten und Soldaten, so heißt es in einer Vision des Pentagon für das Jahr 2020, müssten "schneller, tödlicher und präziser" werden. Drug 'n' Kill - Suchtgefährdung groß. Bereits im Vietnam Krieg hatten ganze Hundertschaften die sich mit Heroin, Kokain und Opiaten gedopt hatten mit Suchtproblemen zu kämpfen. Zu viele Soldaten trugen ihre Sucht nach Hause und blieben ihr Leben lang Junkies.


Abenteuer auf Lust Trost und Dramen

Herr Suske, haben sie heute auch schon so viel gelogen?
Was?! Ob ich heute schon viel gelogen habe...Wie meinen sie das? Das ist eine Frage der Definition... Lassen sie mich mal sehen: andere willentlich Belügen, oder sich selber in die Tasche lügen... ich denk die Dunkelziffer beim sich selber belügen ist wohl ungemein grösser, nicht?
Oh ja, bestimmt! Ich habe vor einigen Tagen versucht herauszufinden wie viel ich Lüge und bereits um 10 Uhr morgens wieder aufgehört zu zählen.
Ha! Das ist grossartig, sind ihnen die Nummern ausgegangen?

 

Hochwürden sind Sie besessen?

Grässlich! Ich bin überzeugt, dass der, der sich vor dem Tod fürchtet, auch das Leben fürchtet. Was meinen Sie? Fürchten Sie sich vor dem Leben?
Nein! Das Leben ist grossartig! Ja, es ist gefährlich, es ist voller Überraschungen, leidenschaftlich, fleischlich, manchmal gar teuflisch… und der Tod… ich denke er ist das grösste Glück, die Erlösung unserer irdischen Form oder ein neuer Anfang, das Licht von etwas Neuem. Verstehen Sie? Angst ist etwas für die Ratten die sich im Dunkeln tummeln, die sich des Lichtes wegen ängstigen. Das Leben aber ist umwerfend. Und gerade des Todes, des Lichtes wegen haben wir Menschen im Leben nichts zu verlieren, nichts zu sündigen. Wir sind doch frei von Sünde.
Mein lieber Schwan! Sie sprechen hier vom Teufel, von Fleisch, von Sünden…
Genau! Ich spreche deutlich vom Leben. Hier und jetzt. Leben! Ich habe die Bibel ausführlich gelesen und ganz klar, die Bibel ist eines der absolut grossartigsten Bücher. Nur: Die Bibel lesen ist eine wunderbare Sache… die Bibel leben ist etwas anderes.

 

Kultur des Grauens

Kann man den seelischen Zustand einer Gesellschaft anhand der Kunst ablesen? Auf jeden Fall! Wie angetönt gibt es auch Künstler die durch Gesellschaftsanalysen Warnungen in ihre Arbeit einfliessen lassen. Richard Huelsenbeck, einer der Begründer des Dadaismus, meinte 1918 in einem Vortrag in Berlin über die neuen Tendenzen der Kunst: "Wir waren für den Krieg und der Dadaismus ist noch heute für den Krieg. Die Dinge müssen sich stossen: es geht noch lange nicht grausam genug zu." Die Futuristen betrachteten in einem Manifest von 1908 den "Krieg als Hygiene der Welt". "Der Schrei" von Edvard Munch, 1893, welches im August aus dem Edvard Munch Museum in Oslo gestohlen wurde, könnte moderner nicht sein: Das Bild gilt als Symbol des ungeschützten modernen Menschen. Doch die Warnungen haben sich in den Sand geschlagen.

 

Mit Deep Throat & Koks im Hinterzimmer der Mafia

Chucks nächste Idee waren Loops. Fünf bis zehn Minuten dauernde 8-Millimeter-Pornofilme. Die Loops wurden in geheimen Hinterzimmern mit unbekannten Akteuren und Regisseuren aufgenommen, die von der sizilianischen Mafia-Familie Colombo finanziert wurden. Lovelace dreht mit ihnen dutzende Filme, hauptsächlich unter der Regie von Ted Snyder. Unter der Direktion von Snyder wurden die Loops immer abgefahrener und bestialischer. "Die Leute im Kino hatten keine Ahnung. Ich hatte Todesangst und wurde vor laufender Kamera vergewaltigt. Millionen Menschen sahen wie ich von mehreren Männern vergewaltigt wurde", erzählte Linda Boreman auf ihren Vortragsreisen die sie vorwiegend an Universitäten, unter anderem auch an der Kaderschmiede der Yale Universität, im Rahmen feministischer Gruppierungen hielt.

 

Schwofen bis der Chip qualmt

Nicht gestiegen ist die Sympathie Aktie des Unternehmens. Das Konsortium macht sich trotz PR-Gags, wie dem Implantieren von Stammgästen im holländischen Tanztempel Baja Beach Club in Barcelona und Rotterdam und als allerneusten Gag in der Bar Soba im schottischen Glasgow nicht beliebt. In dem Club sind durch die Implantation bereits 40 Spanier zu ihrer eigenen Kreditkarte geworden. Angela Fulcher, Verichip's Kommunikationschefin meinte dann auch: "Rund 7000 Chips sind verkauft worden, etwa 1.000 davon sind implantiert. Wir haben keine Ahnung wohin die Chips geliefert wurden, wir vermuten, dass viele zu Testzwecken von militärischen Einheiten und Nachrichtendiensten gebraucht werden. Darüber können wir aber nicht sprechen."

 

Aussenluft muss man schnuppern

Einer der Gründe ist vielleicht, dass Politiker Kultur für ihre Programme einverleiben. Allen voran Christoph Blocher, der es schafft schweizerische Urkultur mit dem Gütesiegel seiner Person oder seiner Partei zu besetzen. Das schreckt viele Leute ab, sich mit traditioneller Kultur und den Werten auseinander zu setzen. Man gilt dann schnell, vor allem bei jungen Menschen, als Patriot, was immer das dann wieder heisst.
Das fände ich sehr schade und problematisch. Während meines Aufenthaltes hab ich mir z.B. die grosse Hodler-Ausstellung in Zürich angeschaut, ich bin auf dem Weg der Schweiz gewandert - und ich gehe noch morgen auf das Rütli zu der Tell-Inszenierung. Für mich ist das jeweils eine Bereicherung. Eine Begegnung mit der Schweiz. Ich wusste gar nicht, dass diese von Blocher gesponsert werden.

 

Ein Knall und der Himmel öffnet sich

Er der eigenwillige, aus aristokratischer Familie stammende Graf Giacinto Scelsi (1905- 1988) war wohl Zeit seines Lebens nicht einzuordnen: Der Komponist, Mystiker, Verrückter, Sphärenwanderer, der mit tibetanischen Mönchen betende und mit den berühmtesten Malern, Dichtern und Musikern befreundete Scelsi bleibt biographisch unerfassbar. Konsequent widersetzte sich der Ligurer aus La Spezia den Klischees seines Berufsstandes. Er war gewiss keiner der sich groß um das Publikum zu kümmern brauchte, keiner, der sich anzubiedern gedachte. Der Graf war ein wohlhabender Querdenker.

 

Das Interview zum Duell Delgado - Braff

Genau das ist es. Was kam zuerst? Nicht nur du hast darüber eine schlaflose Nacht verbracht, die Frage ist elementar. Aus Bewegung entsteht Klang und Klang braucht die Bewegung. Aber was gibt den Anstoß? Ich weiß es nicht. Dieser Frage möchte ich mich in diesem Experiment auch nähern. Meine Frage ist in erster Linie wie ein Tänzer auf den Klang reagiert. Und wie reagiert der Pianist auf Bewegung? Und da finde ich mit Malcolm einen Konsens denn meine Sprache ist, ebenso wie die seine, Rhythmus. Da finden wir uns. Daraus entsteht Kommunikation, Konfrontation und schlußendlich eine Osmose, oder Durchmischung wenn du so willst. Das ganze beruht auf Improvisation! Doch eine Frage weiter; wo befindet sich die Qualität?

 

Die Frau am Rande der Zeit

Eine ungewöhnliche Laune der Natur bringt bisweilen immer wieder seltsame Verknüpfungen und Kuriositäten zutage. Eine dieser Kuriositäten ist eine knapp 20 Zeilen umfassende Zeitungsnotiz der "Herald Tribune" vom 24. Februar 1998. Die ungewöhnliche Laune ist, dass Frau Rockefeller noch vor der Entdeckung des Grabes ihres Ex Mannes Tutenchamun durch das Team Carter/Carnarvon etliches "Insiderwissen" von sich gab. Eine Kuriosität die, selbst wenn es Legende bleibt, spannend genug war zu verfolgen.

 

Hinter Schmerz wohnt Schönheit

Gerade deine abschließende Choreographie läßt einiges an Interpretation zu. Die Masse als dirigierbares Objekt, der Dirigent als Ausdruck für Macht, Schmerz…
... gerade die Kraft des Schmerzes ist eigentlich ein sehr starker Motor, von alldem was wir machen. In diesem Stück geht es um Grundfragen die bewegen. Dabei spielt der Schmerz in diesem Stück sicher eine große Rolle. Der Schmerz wird auch zum Opfer… zur Leidenschaft… Wie kann ein Mensch wie Dmitrij Schostakowitsch, der Komponist meiner Choreographie "Sismographes", unter so viel Schmerz und Machtmißbrauch den er erlebt hatte, etwas so überaus schönes produzieren? Es ist die Schönheit, die man mit einem nassen und mit einem trockenen Auge genießen kann…Schmerz kann auch Passion sein, wie in religiösen Bekenntnissen. Dabei lastet auf dem Menschen ein unvorstellbarer Druck. Wie viele Kriege wurden aus Vergeltung gefochten? Jeder ist sensibel auf Schmerz und Schmerz kann in der Masse gezielt in das Böse umgewandelt werden…
…durch Propaganda, Massenbewegungen, Hetze. Auswüchse, wie sie in Nürnberg während des dritten Reiches zur Blüte kamen mit Fahnen, Fackeln…


Wunderwankdorf Bern...Wankende Wunder im Dorf Bern...Berns wankendes Wunderdorf...

Die Rhythmen sind unterdessen verblasst. Wankdorf, das legendäre Fussballstadion lotterte vor sich hin. Die Bänke vermoderten, die Ränge zerbröckelten und Unkraut überwucherte, was einst der Stolz der Nation war. Ein weiteres Wunder überkam Bern erst wieder am 3. August 2001, als das Stadion kontrolliert in die Luft gesprengt wurde. Das 1925 erbaute, eigentlich schützenswerte Zeitdokument, zerbarst unter grotesker Schönheit. Damit hatte, nebst dem Londoner Wembley Stadion eine zweite legendäre Fussballarena in Europa ausgedient. "Aus, Aus, Aus, . . . Aus, das Spiel ist aus..." hauchte Radioreporter Herbert Zimmermann in sein Mikrofon.


 

 




 

 






© Stephan Fuchs